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Der Kunststoff PVC ist seit rund 20 Jahren im Kreuzfeuer der Kritik von Umweltschützern, die dem Werkstoff ein schlechtes ökologisches Profil zuschreiben. Seine Vermeidung wird als Umweltvorteil angesehen, ohne dass Vor- und Nachteile dieses Werkstoffes gegeneinander abgewogen werden.
Der Ruf ein Problemstoff zu sein, führte zu umfassenden Überprüfungen der Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit, deren Ergebnisse die Vorwürfe fast immer eindeutig entkräfteten. PVC gilt daher zurecht als der "bestuntersuchte Werkstoff" - allerdings fand die Fülle der Faktoren in den emotional geführten Diskussionen oft keine Beachtung.
Die jahrelange öffentliche Anfeindung von PVC führte aber auch zu einer Vielzahl an technischen und ökologischen Entwicklungen dieses Kunststoffes. Kritisierte Zusatzstoffe wurden durch andere ersetzt, Recyclingsysteme aufgebaut und zusätzliche Maßnahmen zur Ressourcenschonung ergriffen. Betrachtet man PVC unter dem Gesichtspunkt einer nachhaltigen Entwicklung - und damit über die gesamte Nutzungsdauer von der Herstellung bis zur Entsorgung - dann zeigt sich die ökologische Wettbewerbsfähigkeit dieses Kunststoffes gegenüber anderen Werkstoffen und sein überdurchschnittlich gutes ökonomisches Profil. So würde beispielsweise ein Verzicht auf PVC-Rohre im öffentlichen Kanalbau in zehn Jahren Mehrkosten von 625 Millionen Euro verursachen, ohne einen nachweisbaren Umweltvorteil zu erreichen.
Pro 100 Euro, die in die Wärmedämmung eines Hauses investiert werden, können in den folgenden 50 Jahren (so lange bleibt die Wärmedämmung eines Hauses mindestens funktionstüchtig) ca. 1.500 kg an CO2-Emissionen und rund 27.000 Megajoule (MJ) an Primärenergie, also an Erdöl, Kohle oder Erdgas, eingespart werden.
Ein Einfamilienhaus mit 10 PVC-Fenstern auszustatten, spart gegenüber Alternativen etwa 3.000 Euro. Dabei sind Kosten für Anschaffung, Pflegemaßnahmen und Recycling schon berücksichtigt. Mit diesem Geld können etwa 70 m2 Hauswand thermisch isoliert und damit rund 800.000 MJ Primärenergie und 40 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.
Die Wasserversorgung (Versorgung mit Trinkwasser und Entsorgung des Abwassers) für ein Haus mit PVC-Rohren spart gegenüber Alternativen bis zu 700 Euro. Mit diesem Geld können etwa 15 m2 Hauswand thermisch isoliert und so 11 Tonnen CO2-Emissionen (und 190.000 MJ Primärenergie) eingespart werden.
Während der Nutzungsdauer der Wärmedämmung (50 Jahre) werden weit mehr an klimawirksamen Luftschadstoffen und Energie eingespart, als bei der Herstellung und Nutzung der PVC-Produkte verbraucht werden.
Seit 50 Jahren gehört PVC (Polyvinylchlorid) zu den am häufigsten eingesetzten Kunststoffen. 30 Millionen Tonnen werden weltweit jährlich verarbeitet - im Bauwesen, in Elektro- und Elektronikprodukten, im Gesundheitswesen, in Fahrzeugen und in der Verpackung. Die weite Verbreitung von PVC-Produkten ergibt sich durch die vorteilhaften Eigenschaften dieses Kunststoffes. PVC-Produkte sind langlebig, wartungsarm, leicht, preisgünstig, recycelbar u.v.m. Sie können hart und stabil oder weich und flexibel produziert werden. Hergestellt wird PVC zu 43 % aus Erdöl und zu 57 % aus einem rohstoff, der praktisch unendlich verfügbar ist: Salz. Mehr als 80 % des in Österreich verwendeten PVC werden zu jahrzehntelang nutzbaren Bauprodukten (Rohre, Fenster, Böden etc.) verarbeitet.
Mehr über das Thema PVC erfahren Sie unter http://www.oekoeffizienz.at. |