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Muttermilch ist die beste, die praktischste und die preiswerteste Nahrung für ein Neugeborenes. Darüber gibt es keine Diskussion. Muttermilch ist aber auch ein Bioindikator für die Hintergrundbelastung mit chemischen Stoffen aus der Umwelt und aufgrund der individuellen Lebensumstände der Mutter. Dass Fremdstoffe generell in der Muttermilch unerwünscht sind, weil sie beim Stillen an das Baby weitergegeben werden, darüber gibt es kaum unterschiedliche Ansichten. Aber wie die gefundenen Konzentrationen gesundheitlich zu bewerten sind und welchen Trend in der Umwelt sie widerspiegeln, dazu gehen die Meinungen weit auseinander.
Die Hintergrundgehalte vieler chemischer Stoffe sind rückläufig. Sie stellen, nach allem was wir heute wissen, für den Säugling kein erkennbares gesundheitliches Risiko dar. Muttermilch frei von chemischen Stoffen kann und wird es nicht geben, weil alle Produkte, die Luft, der Boden und die Nahrung von menschlicher Aktivität herrührende chemische Stoffe enthalten. Die Muttermilchanalysen in Deutschland zeigen, dass die Trends für viele Stoffe seit etwa 20 Jahren stark rückläufig sind. Sehr positiv verläuft z.B. die „Fieberkurve“ bei Dioxinen (PCDD/PCDF), die nie als Chemikalien synthetisiert wurden und nur unbeabsichtigt vor allem bei Verbrennungsvorgängen und anderen thermischen Prozessen entstehen. Ihr mittlerer Gehalt ist seit Beginn der Messungen 1985 um fast zwei Drittel gesunken. Mit durchschnittlich 10 - 13 Nanogramm ist die Konzentration zudem so extrem niedrig, dass der Nachweis an die Grenzen des Machbaren stößt.
Aber auch andere Bedrohungsszenarien werden erwähnt: Dazu gehören z.B. die polybromierten Diphenylether (PBDE), welche als Flammschutzmittel in der Elektronik zum Einsatz gekommen und mittlerweile beschränkt worden sind. Die Belastungen durch diese haben aber bereits 1997 ihren Höhepunkt erreicht. Seitdem sinken die PBDE-Gehalte in der Muttermilch kontinuierlich ab. Im Jahr 2002 hat das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gemeinsam mit dem deutschen Umweltbundesamt den Nachweis bromierter Flammschutzmittel in der Muttermilch bewertet. Die Mengen, die der Säugling aufnimmt, liegen um das Zehntausendfache unter jenen Konzentrationen, die im Tierversuch noch keine gesundheitsschädigende Wirkung auslösen.