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Die Frage nach Wechselwirkungen zwischen Herbiziden (gegen Unkräuter), Fungiziden (gegen Pilzkrankheiten) und Insektiziden (gegen Schädlinge) ist berechtigt, da in verschiedenen Kulturen oft Präparate aus allen drei Gruppen eingesetzt werden. Die Wirkungsweise dieser Gruppen ist jedoch komplett unterschiedlich, sodass eine synergistische Wirkung auszuschließen ist. Mit synergistischer Wirkung ist die "überadditive" Wirkung gemeint, d.h. die Gesamtwirkung ist größer als die Summe der Einzelwirkungen.
Fungizide kommen nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Humanmedizin in großem Umfang zum Einsatz. Schuppenshampoos und Cremes gegen Hautekzeme beinhalten zumeist sogenannte "Azol-Fungizide". Selbst bei direkten Kontakt mit der Haut des Menschen sind keine wesentlichen Probleme bekannt. In der Landwirtschaft dürfen diese Substanzen nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vor der Ernte (sogenannte Warte- oder Karenzzeit) appliziert werden, so dass der größte Teil bis zur Ernte abgebaut ist.
Herbizide werden üblicherweise so zeitig im Vegetationsverlauf einer Kultur eingesetzt, dass die bei Fungiziden und Insektiziden vorgeschriebene Wartezeit nicht zum Einsatz kommt. Bis zur Ernte ist nämlich in den meisten Fällen der Wirkstoff abgebaut und auf dem Erntegut nichts mehr nachweisbar.
Die Giftigkeit der Insektizide (Präparate gegen Schädlinge) liegt meist über jener der Herbizide und Fungizide. Es ist jedoch anzumerken, dass neueste Insektizide teilweise bereits eine geringe Giftigkeit aufweisen. Es gibt eine Reihe von Studien zu diesem Thema. Im März 2006 präsentierte Prof. Dr. Parzefall von der Medizinischen Universität in Wien seine Studienergebnisse zum Thema "Mehrfachbelastungen von Pflanzenschutzmitteln und toxische Wirkungen" im Rahmen einer Tagung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Wien.
Prof. Dr. Parzefall verabreichte in seiner Untersuchung den Versuchstieren 20 verschiedene Insektizide. Als Dosis wählte er jeweils den ADI-Wert ("Acceptable Daily Intake"). Der ADI-Wert beschreibt jene Menge, die lebenslang ohne Gesundheitsgefährdung aufgenommen werden kann, und liegt in der Regel deutlich über dem erlaubten Höchstwert. Ein "Worst Case Szenario", welches in der Praxis niemals vorkommt. Das Ergebnis der Untersuchung: Die Versuchstiere zeigten keine Reaktion und es kam zu keiner synergistischen Wirkung.
Pflanzen wehren sich gegen Krankheiten und Schädlinge mit Giftstoffen (Toxinen), die sie selbst produzieren. Man nimmt diese Giftstoffe tagtäglich in einer Menge von ca. 1,5 g auf. Von vielen dieser "natürlichen“ Giftstoffe kennt man die Schadwirkung und eventuelle synergistische Wirkungen nur ansatzweise oder überhaupt nicht. Demgegenüber sind Pflanzenschutzmittelrückstände in deutlich geringerer Konzentration vorhanden (ca. 0,00009 g, also nur 1/17.000stel der unbekannten von den Pflanzen selbst produzierten Toxine). Pflanzenschutzmittel dürfen nur nach einem strengen Zulassungsverfahren eingesetzt werden und zählen zu den bestuntersuchten Chemikalien.
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