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Wie helfen monoklonale Antikörper bei der Behandlung von Krebs?

Antikörper sind Eiweißmoleküle, die körperfremde Strukturen als sogenannte Antigene erkennen und sich an ihnen festheften. Sie sind ein wichtiges Instrument des Immunabwehrsystems. Finden sie einen bestimmten körperfremden Stoff, beispielsweise auf der Oberfläche von Bakterien, ist dies ein Alarmsignal. Abwehrzellen werden aktiviert und weitere Mechanismen ausgelöst, die unerwünschte Eindringlinge unschädlich machen. Diese Zellen sind hochspezialisiert. Eine fast unbeschränkte Vielfalt ermöglicht die Erkennung praktisch jeder stofflichen Struktur. Diese Leistung ist nur möglich, weil sich das Immunsystem bei der Antikörperbildung aus einer Art Baukasten bedient.

Für die Entwicklung des Verfahrens zur Herstellung monoklonaler Antikörper wurde Georges Köhler und Cesar Milstein 1984 der Nobelpreis für Medizin verliehen. Mit ihrer Methode können heute im Reagenzglas Antikörper in beliebigen Mengen gegen jede beliebige stoffliche Struktur hergestellt werden. Die Technik erlaubt daher den Einsatz in der Diagnostik und als Arzneimittel; dazu müssen Antikörper hohen Anforderungen an Qualität und Sicherheit genügen.

Antikörper für das Erkennen von Krankeiten (Diagnostik)

Die Erkennungsgenauigkeit von Antikörpern ermöglicht es, einzelne Substanzen oder Zelltypen aus Körperflüssigkeiten heraus zu fischen und und anzureichern. Dies macht das Auffinden von Krankheitserregern in Blut erst möglich, da sich darin viele sehr ähnliche Eiweißmoleküle befinden und die Erreger oft nur in geringsten Mengen vorhanden sind.

Antikörper zur Bekämpfung von Krebs

Der Antikörper zum Beispiel in der Brustkrebstherapie dient dazu, ein Wachstumssignal für Krebszellen zu stoppen: Er erkennt dessen besondere Bindungsstellen auf den Tumorzellen, koppelt sich an und blockiert so deren Wachstum. Gesunde Zellen tragen das Merkmal nur in geringem Umfang und werden kaum geschädigt. Der Antikörper ergänzt übliche Behandlungsverfahren. Auf Krebszellen tumorspezifische Merkmale zu finden, die nicht auch auf gesunden Zellen vorkommen, benötigt viel Geduld der Forscher und hohe Investitionen. Krebsspezialisten müssen bei der Entwicklung von therapeutischen Antikörpern auch auf einem schmalen Grat zwischen der Wirksamkeit gegen Tumore und der Auslösung einer gefährlichen Autoimmunerkrankung bei behandelten Patienten balancieren. Die Suche nach solchen Antigenen schreitet jedoch ständig voran.

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